Nützliche Nudisten

Der Schrecken aller Gemüsegärtner hat einen Namen: die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris), gemeinhin auch als Nacktschnecke bezeichnet, obwohl andere Schneckenarten ebenfalls zu den Nacktschnecken gezählt werden. Die offenbar mit menschlicher Hilfe eingereisten Herbivoren (Pflanzenfresser) – und Kannibalen – verbreiten sich seit den 1950er Jahren europaweit und zählen in unseren Gärten zu den am häufigsten vorkommenden Schneckenarten.

Der Aufwand, der zur Vernichtung oder Vergrämung der unliebsamen Schleimer im häuslichen Garten betrieben wird, steht häufig in keinem günstigen Verhältnis zu dem tatsächlich entstandenen Schaden und verstellt zudem den Blick auf die positiven Auswirkungen der meist nächtlichen Schnecken-Aktivitäten.

Da die Schnecken – ähnlich den Regenwürmern – einen wichtigen Beitrag zur Kompostierung (Verwandlung von organischem Material zu pflanzenverfügbarem Humus) liefern, stellt sich die Frage, wie diese Eigenschaft gewinnbringend genutzt werden kann. In unserem Gemüsegarten haben wir die Beobachtung gemacht, dass eine dünne Mulchschicht aus frischen Pflanzenteilen die Schnecken von einem Befall der Kulturpflanzen abhält, da sie das Mulchmaterial als Nahrung bevorzugen. Allenfalls ganz junge Pflanzen, die kaum aus der Mulchdecke herausragen, werden trotzdem mitgefressen. Diese schützen wir mit „Mini-Gewächshäusern“ aus ausgedienten PET-Flaschen, von denen wir den Boden abgetrennt haben.

Das Problem mit den Schnecken liegt dem zu Folge hauptsächlich an einem Mangel an organischem Material auf unseren Gartenböden.