Das Gold hängt an den Bäumen

Während für die Jungs und Mädels von „Das Geld hängt an den Bäumen“ das Geld in Form von vergessenem Obst, das sie mit vergessenen Menschen pflücken und zu Säften und Schorlen verarbeiten lassen, an den Bäumen hängt, sehen wir zurzeit das pure Gold an unseren Bäumen prangen. Denn es ist Herbst und die meisten Gehölze schmücken jetzt unsere Landschaft mit ihrem goldenen Outfit und überziehen ihre Umgebung mit einem lustigen Teppich aus farbigen Blättertüpfeln.

Nicht jeder sieht die dekorativen Folgen dieser Jahreszeit mit derselben romantischen Verzückung und so nimmt es nicht Wunder, dass die farbenfrohe Pracht in Laubsäcken und Biotonnen verschwindet, ohne dass der wahre Wert dieser Bio-Wertstoffe erkannt wird.

Neben der Verwendung als Mulchmaterial auf den herbstlich-winterlichen Beeten, kann das zusammen geharkte Laub auch als kuschelige Abdeckung für den Komposthaufen dienen oder als Isoliermaterial auf Topinamburflächen dafür sorgen, dass die leckeren Erdfrüchte auch bei strengem Frost noch erntbar sind.

Darüber hinaus sorgt das verrottende Laub für eine Verbesserung des Bodens, sofern es nicht von stark säurehaltigen Blättern – wie beispielsweise Eiche – stammt. In früheren Zeiten haben Gärtner in Eigenproduktion Lauberden hergestellt, die zu Dünge- und Bodenverbesserungszwecken genutzt wurden und deren Rezeptur in der Regel geheim war. Ja – damals gab’s eben noch keine Gartencenter.

Als Betreiber eines Gemüsegartens sind wir sehr dankbar für die reichliche Laubernte und karren das Gold der Bäume säckeweise auf unsere Scholle, während es von unseren Nachbarn mühselig entsorgt wird.