Krise als Prüfstein

Der Wert eines Schiffes zeigt sich nicht bei gutem Wetter und ruhiger See, sondern wenn ein Sturm aufzieht. Dasselbe gilt für eine Gesellschaft und ihre Regierung. Mit der aktuellen Krise erleben wir ein internationales Sturmtief, dass offensichtlich starke Auswirkungen auf das nationale Wohlbefinden entfaltet. Das Coronavirus und seine Folgen zeigt uns, wie hierzulande die freiheitlich-demokratischen Werte gelebt werden.

Ein umstrittenes Flugblatt in einem öffentlichen Fahrradkorb

Den Bürgern – also denjenigen, die dafür bürgen, dass der nationale Laden läuft – werden zwei konträre Positionen präsentiert: die offizielle Ansicht, dass wir von einer gefährlichen Erkrankung bedroht werden und die häretische, die besagt, dass die offiziell erklärte Pandemie ein Fake wäre. Vertreter der ersten Position erhalten über die Medien durchweg positive Bewertungen, alle anderen werden als Verschwörungstheoretiker oder ähnliches öffentlich abgewatscht.

Durch die Brille der demokratischen Tugenden betrachtet entsteht nun der Eindruck, dass fachliche Meinungsäußerungen nur Bestand haben, wenn sie dem Mainstream entsprechen. Gegenteilige Erfahrungen und Ansichten werden sträflich ignoriert, obwohl gerade der respektvolle Umgang mit der Meinung anders denkender einen fruchtbaren Diskurs ausmacht. Im übrigen ist die Meinungsfreiheit verbrieftes Recht gemäß Art. 5 Abs. 1 GG und sollte auch denen Gehör verschaffen, die sich kritisch mit der aktuellen Krisensituation beschäftigen.

Die Verunsicherung vieler Mitbürger basiert auf eben den Thesen, die das oben gezeigte Flugblatt benennt. Auf der einen Seite werden die Verfasser des Blattes – Ärzte für Aufklärung – den Häretikern zugerechnet, auf der anderen Seite decken sich die aufgeführten Gegenüberstellungen weitgehend mit den persönlichen Erfahrungen der Menschen an der Basis. Wem also glauben? Sich selbst, den Medien oder den Verschwörungsfreaks? Und dann wäre noch die allzeit präsente Frage relevant: Cui bono?