Geld entwertet alles

Auf die Frage, worin die hohe Beliebtheit von Zahlungssystemen begründet liegt, gibt es mit Sicherheit viele Antworten. Eine davon ist die Tatsache, dass sich mit Geld – dem am weitesten verbreiteten Zahlungsmittel – der wirkliche Wert einer Sache oder Leistung verschleiern läßt.

Nehmen wir beispielsweise das Lebensmittel Wasser. Für den österreichischen Manager Peter Brabeck-Letmathe – von 2005 bis 2017 Präsident des Verwaltungsrates von Nestlé – sollte Wasser, seiner Aussage in dem Dokumentarfilm „We feed the world“ zufolge, einen Marktwert besitzen. Der Liter Trinkwasser wird heute hierzulande für ein paar Cent gehandelt. Dem gegenüber wird der Wert für einen Porsche Cayenne in der günstigsten Variante zurzeit mit 83.711 Euro beziffert. Vergleichen wir jetzt diese beiden Sachen hinsichtlich der Lebensnotwendigkeit – also des tatsächlichen Wertes – miteinander, stellen wir fest, dass der Wert eines unnötigen Gegenstandes weitaus höher angesetzt wird, als der einer Sache, ohne die wir keine drei Tage überleben können.

Ein anderes Beispiel ist die Vergütung von Arbeitszeit, ergo Lebenszeit, die wir für das derzeit gültige Zahlungsmittel verkaufen. Viele Menschen weltweit fragen sich, warum sie sich für ein paar Piepen abrackern und lebenslang auf keinen grünen Zweig kommen, während andere für deutlich weniger Arbeitszeit – die sie deutlich weniger sinnvoll einsetzen – ein deutlich vielfaches an Entlohnung einstreichen.

Ohne ein Zahlungsmittel wie Geld wäre es nicht möglich, die oben aufgeführten Unterschiede in der Bewertung von Sachen und Leistungen zu verwirklichen. Da Geld – oder auch Gold – keinen eigenen Wert für ein Lebewesen besitzt, kann mit dieser an sich wertenlosen Sache auch nicht der Wert einer anderen Sache bestimmt werden.