Mission impossible

Wer von Weltverbesserern, Ökos und Klimaschützern die Nase noch nicht voll hat und einer knackigen Zusammenfassung all unserer derzeit aktuellen und globalen Krisenherde gegenüber der schier unüberschaubaren Fülle an einschlägigen Büchern und Web-Artikeln den Vorzug geben möchte, liegt bei der Veröffentlichung ‚Auf Kosten anderer‚ des I.L.A-Kollektivs genau richtig. Zusätzliche Infos liefert die Webseite aufkostenanderer.org.

Auf anschauliche und leicht verständliche Weise fassen die Autoren den Status quo unserer Welt gegliedert in die Themenbereiche Digitalisierung, Sorgearbeit, Finanzen, Ernährung, Bildung und Mobilität zusammen. Den Abschluß des Dossiers bilden richtungsweisende Handlungsempfehlungen für den Ausstieg aus der imperialen Lebensweise des ‚Globalen Nordens‘, in welcher das I.L.A-Kollektiv die Ursache der unterschiedlichen Lebensqualitäten der Menschen weltweit erkennt.

Erweckt die Lektüre des Buches (oder PDFs) anfangs den Eindruck, die Menschheit könne tatsächlich mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse den Karren noch fristgerecht aus dem Dreck ziehen, stellt sich spätestens bei Durchsicht der empfohlenen Lösungsansätze das Gefühl ein, dass den Menschen die dafür benötigte Zeit einfach nicht mehr zur Verfügung steht. Mit den herkömmlichen Mitteln der demokratisch basierten Entscheidungsfindung würden die notwendigen Schritte zeitlich derart verzögert eingeleitet, dass uns die Wirklichkeit vermutlich locker überholte – siehe dazu das Klimaabkommen von Paris 2015 unter dessen ausbleibende Folgen.

Diejenigen unter uns, die ernsthaft an einer friedlichen Abwendung des Klimawandels – und der damit verbundenen (welt)wirtschaftlichen Folgen – interessiert sind, sehen sich bei ausgiebiger Beschäftigung mit dem Thema der Tatsache gegenüber, dass – egal wo sie den Hebel ansetzen – keine realistische Verbesserung mit Breitenwirkung erzielt werden kann. Wie auch immer wir es angehen, es müssten für dieses Omlette soviele Eier zerschlagen werden, dass den meisten Menschen der Appetit vergeht. Es scheint sich wieder einmal zu bewahrheiten: am Ende menschlicher Gesellschaftsentwicklung steht entweder Crash oder Krieg.