A little less demonstration – a little more action, please

Dass wieder einmal gegen den Klimawandel demonstriert wurde, erkennen wir zweifelsfrei an den vielen Stickern auf Laternenpfählen etc. und – im aktuellen Fall – an merkwürdigen Sprühparolen auf Baumrinden und Gehwegen, die zu bedingungslosem Klimaschutz einladen.

Da uns Menschen die einzigartige Fähigkeit zu Gebote steht, innerhalb unserer Erscheinung unterschiedliche Seelen, die durchaus im Widerspruch zueinander stehen können, zu beherbergen, verwundert es keineswegs, dass einerseits der Energie- und Materialaufwand für öffentliche Meinungsäußerungen beachtlich ist, andererseits der tatsächliche Effekt für unser Klima jedoch eher negativ ausfällt. De facto erweisen wir dem Klima keinen nennenswerten Dienst, wenn wir Sprühlack auf Bäume sprayen, tausende Sticker drucken lassen oder sonstwie demonstrativ Resourcen verbrauchen.

Allerdings haben wir ja das angenehme Gefühl, gemeinsam etwas für die Sache getan zu haben und das entschädigt uns für die wenig klimaneutrale Art und Weise unserer Demonstrationskultur. Ein Blick in Richtung fernöstliche Philosophie (hier: Daoismus) fördert dagegen lehrreiches und konstruktives zum Thema zutage:

Das vollkommene Handeln erkennt intuitiv das beste Mittel und es erscheint als sinnlos, seine Energie in unfruchtbaren Handlungen um der Handlung willen zu erschöpfen, sondern das Handeln sollte sich auf die geeigneten Umstände und Mittel beschränken. Die beste Übersetzung des Begriffes Wu Wei wäre somit „Nicht-Eingreifen“, „tätiges Nichthandeln“ bzw. „Handeln durch Nicht-Handeln“, und es handelt sich um eine Art von kreativer Passivität.

aus https://de.wikipedia.org/wiki/Wu_wei