Schmackhafte Schlingel

Obwohl hierzulande noch nicht so populär im Anbau, kann sich die mit der Ackerwinde verwandte Süßkartoffel wegen ihrer hohen Anpassungsfähigkeit durchaus im Freilandanbau behaupten – glaubt man einer Studie der Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf.

Auch wegen der exzellenten Lagerfähigkeit, die die Versorgung mit Kohlehydraten über die Zeit bis zur Kartoffelernte sicherstellen hilft, versuchen wir den leckeren Exoten in unserem norddeutschen Schmuddelklima zu kultivieren. Mehrere ausreichend bebilderte Kulturbeschreibungen liefert die Seite www.gartenjournal.net, aus der wir uns die Anzuchtmethode im Wasserglas auswählen, weil sie den geringsten Platz auf der Fensterbank beansprucht, wo bereits Tomaten, Paprika & Co. dem Sonnenlicht entgegenstreben.

In drei mit Wasser gefüllten Gläsern hängen seit Anfang April mit Hilfe von Schaschlik-Stäbchen je eine Süßkartoffel zur Hälfte im Wasserbad. Nach einigen Wochen bilden sich zuerst Wurzeln an der Unterseite der Knollen und später schauen aus der oberen Hälfte der Süßkartoffel zahlreiche Triebe heraus, die zügig wachsen. Nachdem die Triebe ca. 10 cm lang geworden sind, haben wir sie ‚geäugelt‘, d.h. an der Triebbasis mit einem spitzen Messer so aus der Knolle getrennt, dass noch ein Stück des Speicherorgans am unteren Ende des Triebes verbleibt. Nach ein paar Tagen in einem separaten Wasserglas schlagen auch die Triebe Wurzeln.

In Kürze werden die gut bewurzelten Stecklinge eingetopft und schonmal im Frühbeetkasten an das rauhe Klima gewöhnt. Wenn alles glatt geht, stellen wir die Pflänzchen dann gegen Ende Mai outdoors und hoffen auf ein prächtiges Gedeihen, sowie eine zufriedenstellende Ernte. Doch davon später mehr.