Eine App, sie zu knechten, …

… sie alle zu finden, in’s Helle zu treiben und ewig zu binden.

So überschreiben es die Verfasser*innen eines Blogbeitrags auf www.digitalcourage.de, eine der wenigen deutschsprachigen Webseiten, die sich mit den unerwünschten Folgen der Digitalisierung auseinandersetzen. Gegenstand des Beitrags ist die digitale Kontaktnachverfolgung mit Hilfe der Luca-App.

Lassen wir mal alle Sicherheitsrisiken, die sich im Zusammenhang mit der Nutzung der App ergeben können, unbeachtet, bleibt trotzdem die Tatsache, dass Gesundheitsämter (und wer weiss, wer sonst noch?) per App über unsere privaten Kontakte informiert werden. Schon mit der Corona-Warn-App werden unsere Bewegungsprofile und Kontakte verknüpft, ein idealer Zustand für alle diejenigen, die den Hals von unseren Daten nicht voll kriegen. Und das alles auf freiwilliger Basis, was ja bedeutet, dass wir offensichtlich verfolgt werden wollen, in der Hoffnung, dass unsere Gesundheit davon profitiert. So wie bei den Fitness-Trackern. Unaufhaltsam auf dem Weg zum gläsernen Bürger, der durch einen semipermeablen Spiegel beobachtet wird, ohne zu wissen, was dahinter passiert.

Galt den Altvorderen noch Transparenz als etwas, das den Staat und seine Handlungen betraf, so hat sich mittlerweile das Blatt gewendet. Je durchsichtiger wir werden, desto undurchsichtiger wird das Spiel der Mächtigen. Wohin das führen kann, veranschaulicht der Schriftsteller Andreas Eschbach in seinem 2018 erschienenen Roman ‚NSA – Nationales Sicherheits-Amt‚. Eine beunruhigende Geschichte der deutschen Geschichte ohne Happy-End.