Wovon das Herz nicht voll ist

Will man seine Gegner, statt mit schlüssigen Argumenten, mit der Unterstellung fragwürdiger Charaktereigenschaften überzeugen, steht einem ein bunter Cocktail probater Schlagwörter zur Verfügung. Im Zusammenhang mit der durchaus berechtigten Skepsis vieler Menschen den genetischen Medikamenten gegen Covid-19 gegenüber findet das Wort Solidarität rege mediale Verwendung. Wer sich die Medikamente nicht injizieren lassen möchte, wird als unsolidarisch bezeichnet und in das soziale Aus gestellt.

Abgesehen davon, dass mRNA-Impfskeptiker im wahrsten Sinne des Wortes solidarisch (fest, echt …) sind, weil sie sich nicht ohne weiteres dem Willen der Mächtigen beugen, sind sie im übertragenen Sinne zusätzlich solidarisch, weil sie nicht ausschließlich an sich selbst denken – und sich aus Angst vor persönlichen Nachteilen „impfen“ lassen – sondern darüber hinaus die Konsequenzen für die gesamte Gesellschaft im Blick haben. Dazu zählen neben den gemeinschaftlich getragenen Kosten für die vermutlich nie endende Impfaktion auch die gesundheitlichen Risiken, die die neue mRNA-Technik mit sich bringt und die ebenfalls von der Gemeinschaft getragen werden müssen.

Echte Solidarität ist zudem ein Gut, das wir mit unserer Kultur und unserem Bildungssystem auf die hintersten Bänke verbannt haben. Von Kindesbeinen an lernen wir, dass wir im Wettbewerb mit anderen stehen, die wir überflügeln oder ausstechen müssen, um Erfolg zu haben. Die gegenwärtige Plandemie zeigt deutlich, dass die Egoisten klar vorn liegen und sich allenfalls solidarisch mit denjenigen erklären, die mit Masken und Medikamenten Erlöse in schwindelerregender Höhe erzielen. Und vor lauter Solidarität übernehmen sie auch noch ungerechtfertigterweise das Haftungsrisiko für die Produkte, die uns injiziert werden sollen.

Also – wenn in den Medien vollmundig nach Solidarität gerufen wird, sollten wir uns den hervorragenden Aphorismus eines der gewitztesten Denker dieses Landes vor Augen führen:

Wovon das Herz NICHT voll ist, davon geht der Mund über, habe ich öfters wahr gefunden, als den entgegengesetzten Satz.
Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)